März 2020

Mein Arbeitsplatz in Zeiten von Corona

Wer zahlt mein Gehalt, wenn ich krank oder in Quarantäne oderauf Kurzarbeit bin?
Welche Möglichkeiten habe ich als Selbständiger?
Nachfolgend ein kurzer Überblick über die häufigsten Fragen, die uns jetzt rund um unseren Job beschäftigen:  

Darf ich wegen Angst vor einer Corona-Ansteckung zuhause bleiben? 
Nein, das geht nicht. Das könnte sogar als Arbeitsverweigerung aufgefasst werden, was wiederum zu einer Abmahnung oder Kündigung führen könnte.   

Dienstreisen und Corona?
Ja, der Arbeitnehmer muss die Dienstreise antreten, wenn der Chef das anordnet. Allerdings hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Dementsprechend kann er seine Mitarbeiter zum Beispiel nicht an Orte schicken, für die das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat. Hierüber muss sich der Arbeitgeber genau informieren, z.B. 
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html 
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762  

Home Office Ja oder Nein? 
Im Gesetz ist nichts zu dieser Frage geregelt. Also habe ich als Arbeitnehmer nicht automatisch einen Anspruch auf Arbeiten im Home Office. Oftmals gibt es hierzu jedoch Regelungen im Arbeitsvertrag. Ansonsten wird es das Beste sein, mit dem Chef zu sprechen. Der Arbeitgeber muss immer im Rahmen seiner Fürsorgepflicht die erforderlichen Schutzmaßnahmen für seine Mitarbeiter ergreifen. Das gilt umso mehr, wenn bereits ein Krankheitsfall im Büro oder am Arbeitsplatz aufgetreten ist.   

Bekomme ich vom Chef einen Laptop oder ähnliches für zuhause? 
Normalerweise schon. Meistens ist das aber auch im Arbeitsvertag geregelt.   

Verdacht auf Corona. Was tun? 
Wenn man Kontakt zu einem Menschen hatte, bei dem eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde, sollten Sie sich, auch wenn Sie keinerlei Symptome haben, sofort an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Welches für Sie zuständig ist, finden Sie über die Datenbank des Robert-Koch-Instituts (rki)  https://tools.rki.de/PLZTool/ 
Wenn Sie vermuten, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben und/oder Krankheitssymptome wie Fieber, Husten, Atemnot haben, sollten Sie sich telefonisch an Ihren Arzt wenden, nicht in die Praxis zum Arzt gehen. Wenn Sie Ihren Arzt nicht erreichen, können Sie die Notfallnummer 116 117 anrufen.  

Krankschreibung wegen Corona? 
Wenn eine Infizierung mit dem Corona-Virus festgestellt worden ist oder der Verdacht besteht, wird man vom Arzt krankgeschrieben.   

Krankschreibung wegen Grippe oder Erkältung? 
Selbstverständlich können Sie sich auch dann krankschreiben lassen. Hier gilt momentan sogar die Ausnahme, dass man eine Krankschreibung auch ohne Arztbesuch erhalten kann. Ein Anruf beim Arzt genügt, um die Krankschreibung zu erhalten.   

Was ist mit meinem Gehalt bei einer Corona-Infektion? 
Das Gehalt wird genauso weitergezahlt wie sonst auch in einem Krankheitsfall. Das heißt die ersten sechs Wochen zahlt der Arbeitgeber das Gehalt, ab der siebten Woche erhält der Arbeitnehmer Krankengeld.  

Was ist mit meinem Gehalt bei Quarantäne? 
Im Fall einer Anordnung von Quarantäne darf man diese nicht verlassen. Bei einem Verstoß dagegen darf das Gesundheitsamt die Anordnung sogar gerichtlich oder mit Polizeigewalt durchsetzen. Auch hier muss der Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlen, er kann sich den Verdienstausfall jedoch über § 56 Bundesgesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG) von der zuständigen Behörde, die je nach Bundesland unterschiedlich angesiedelt ist,erstatten lassen.   

Was passiert, wenn der Arbeitgeber den Betrieb wegen Coronavirus schließt? 
Dann bekommt der Arbeitnehmer weiterhin sein Gehalt. Der Arbeitgeber kann sich den Verdienstausfall aber später ebenso beim Gesundheitsamt zurückholen.  

Bekommen auch Selbständige und Freiberufler im Falle einer Quarantäne eine Entschädigung? 
Ja. Gemäß § 56 Bundesgesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten können auch Selbständige und Freiberufler einen Antrag bei der jeweils zuständigen Behörde stellen.

Kurzarbeit. Was nun? 
In der Corona-Krise ist ein erweitertes Kurzarbeitergeld beschlossen worden, um Massenentlassungen zu verhindern. Kurzarbeitergeld beantragt der Arbeitgeber bei der Bundesagentur für Arbeit. Das geht mittlerweile auch online über https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus Kurzarbeit darf nur vorübergehend für höchstens 12 Monate verhängt werden. Kurzarbeit kann weniger Stunden als im Arbeitsvertrag vereinbart bis zu überhaupt nicht Arbeiten umfassen.  

Wie viel Geld erhält man bei Kurzarbeit? 
Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind bekommen während der Kurzarbeit 67 % des ausgefallenen Nettolohns, Arbeitnehmer ohne Kinder währenddessen 60 % des ausgefallenen Nettolohns.

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Rechtsanwältin und Mediatorin


Denise Seidler
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